Der Lateinunterricht des Günther D. – Teil I

24 07 2008

Eine Komödie nach einer wahren Begebenheit.

 

Pausenhof. Im Hintergrund spielen 5. Klässler Fußball, ältere Schüler liegen auf dem Gras und dösen. Die Sonne scheint, es ist Sommer. Günther D. steht mitten auf dem Pausenhof und überwacht das Geschehen durch seine große Brille. Er hat Pausenaufsicht.

Die Glocke schrillt, alle Schüler begeben sich in Richtung Schulgebäude. Günther D. schaut sich langsam um und betrachtet, von der Sonne geblendet, die strömende Schülerschar. Nachdem alle Schüler im Gebäude verschwunden sind schaut sich Günther D. noch einmal um, bückt sich langsam zu seiner Tasche und schlendert auch zum Schulhaus. Eigentlich müsste er sich jetzt auch beeilen um noch rechtzeitig seinen Unterricht beginnen zu können, doch aufgrund seiner körperlichen Maße und seines fortgeschrittenen Alters hat der Lateinlehrer schon länger aufgehört sich ernsthaft körperlich zu bemühen.

Mit 10 Minuten Verspätung betritt Herr D. zufrieden die Zielklasse, die trotz der geringen Schülerzahl erstaunlich laut ist. Langsam stellt er seine Ledertasche auf den Boden, hängt seine Jacke aus den 80-ern an den Kartenhalter. 2 Schüler stürmen nach vorne um die leere Tafel zu wischen.

 

Günther D.*:   So. Hallo meine Schüler! Er setzt sich langsam; Stöhnt kurz vor Erleichterung. Die Klasse ist ebenso laut wie zuvor. Kurze Pause.

Luis, erzähl mal. Was haben wir letzte Stunde so gemacht?

Luis K.: Ja, also wir haben über Cäsar und Pom -

Günther D.: Ja, der Cäsar und da Pompeius warn scho so welche! Besonders der Cäsar war ja ein ganz ei hinterfotziger Schlawi…- Günther D. schaut unerwarteter Weise in die Klasse und bemerkt nun den hohen Lärmpegel. 

[brüllend] Du wenn jetzt net glei’ a Ruh is, dann fliegst frei raus Thomas! Außerdem… kurze Stille war doch noch was. Ich krieg doch noch an Verweis-Zettel mit der Unterschrift von deiner Mutter von dir!? Haste den jetzt endlich dabei?

Die Klasse unterhält sich wieder. Klopflaute aus dem Schrank, die Tafel wird geputzt.

Thomas G.: Ich hab Ihnen doch ‘nen Zettel ins Fach gelegt, dass meine Mutter momentan  nicht da ist. Haben sie den nicht bekommen?

Günther D.: Nein, den hab’ ich nicht bekommen! Aber in spätestens 1 Woche krieg ich den Verweiszettel zurück Thomas, sonst kriegst du gleich den nächsten Verweis!

Während dem Gespräch wachsen die Laute aus dem Wandschrank weiter an, werden jedoch durch lautere Stimmen übertönt.

Thomas G.: Natürlich. Werd’ ich dabei haben! Dreht sich zur Klasse. Den bekommt er bis zum Ende des Jahres nich! lacht

Günther D. überhört ihn anscheinend und fährt mit dem Unterricht fort.

Günther D.: Also… Wo war ich? Pause

Karin K.: leicht müde Sie waren bei Cäsar und Pom…-

Günther D.: Achja, genau… Danke Karin. Also der Cäsar und der Pomp…- Die Laute aus dem Schrank werden unüberhörbar.

Habt ihr schon wieder den Milan in den Schrank gesperrt? Klasse lacht.

Milan B.: Ne Herr D., ich bin hier vorne!  Einer der beiden tafelputzenden Schüler winkt wild mit dem Tafelschwamm.

Günther D.: Achso… Ja dann… Wer fehlt denn hier sonst noch?

Klasse: lachend Keine Ahnung!

Thomas G.: Vielleicht ist im Schrank nur irgendetwas umgefallen!?

Günther D.: Ja. Wahrscheinlich. So, Milan und Benjamin, setzt euch mal hin, die Tafel ist sauber genug!

Benjamin S.: Ja, gleich Herr D.! Nur noch hier die eine Tafelseite. Sie putzen weiter

 

 

Wer oder was sich tatsächlich im Schrank befindet, und was sonst noch so alles im ‘Unterricht’ des Herrn D. passiert erfahrt ihr im 2. Teil des Stücks. more to come…

 

*Name leicht abgeändert.


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